Hans Denecke
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Ausstellung im Palais Salfeld Quedlinburg

vom 29. August bis 05. Oktober 2014

zum Thema:

- Von Begebnungen mit Menschen
- Vom Zeitgeist der Menschen
- Von der griechischen Mythologie

Eröffnungsveranstaltung am 29.08.2014 ab 18.00 Uhr

Ort der Ausstellung und die Öffnungszeiten:

Pailais Salfeld Quedlinburg
Kornmarkt 5
06484 Quedlinburg

Öffnungszeiten

mittwochs von 13.00 bis 17.00 Uhr und
donnerstags bis sonntags von 10.00 bis 17.00 Uhr




Gestaltung eines Empfangsbereiches
14.09.2010/Mitteldeutsche Zeitung

Pleinair - Hans-Joachim Denecke gibt Malern Tipps in Seeburg

Die Geometrie des Körpers studiert

Von Helga Langelüttich

Seeburg/MZ - Recht still ging es in der Seeburger Schlosskirche zu: Frauen und Männer saßen über Tische und Staffeleien gebeugt und malten: Sie waren Teilnehmer am Sommer-Plainair, das am Wochenende stattfand und einmal im Jahr vom Kunstforderverein Schlosskirche Seeburg veranstaltet wird.

"Hier suche ich professionelle Anleitung"

Eckhardt Fischer - Teilnehmer

Auf den Tischen lagen oder standen neben dem für das Malen notwendigen Utensilien wie Papier, Stifte oder Pinsel auf manchem Arbeitsplatz auch Puppen, deren Gliedmaßen sich biegen ließen. Das hatte seinen Grund: Lautete das Thema des zweitägigen Studiums doch "Geometrie des Körpers". Hans-Joachim Denecke, seit drei Jahren künstlerischer und pädagogischer Leiter des Plainairs, gab zu Beginn in einem recht temperamentvollen Vortrag Hinweise und detaillierte Hilfen für die gestellte Aufgabe: "Sich orientieren statt zu imitieren ist wichtig."

Der studierte Physiker hatte begonnen wie die meisten der Plainair-Teilnehmer: Kunst war zunächst nur Hobby für ihn und wurde erst später zum Beruf, den er an der Kunsthochschule in Berlin/Weißensee manifestierte. Sein Wissen will er weitergeben, und in Seeburg findet er dankbare, aufmerksame Schüler.

Einer von ihnen ist Eckhardt Fischer aus Halle. Auf seinem Arbeitsplatz lag ein bemerkenswertes Selbstbildnis, dass die künstlerische Begabung des Seniors erkennen ließ, der zum zweiten Male am Plainair teilnahm. Er malt seit 50 Jahren autodidaktisch, begann mit Aquarell, ehe er sich der anspruchsvolleren Malerei in Öl zuwandte, erzählt er. Sein schon früh erkennbares künstlerisches Talent konnte er auch im Beruf ausleben: Er war Dekorationsmaler. "Hier suche ich professionelle Anleitung, und die habe ich gefunden", ist der 75-Jährige zufrieden.

Birgit Schatz, ebenfalls aus Halle, ist zum ersten Male in Seeburg dabei. "Für mich ist das Malen, das ich seit zwölf Jahren intensiv mache, Ausgleich und sorgt zudem für Stressabbau. Für mich ist es wichtig, welche Resonanz meine Bilder finden. Deshalb habe ich auch schon an Ausstellungen teilgenommen. Und hier bekomme ich viele wichtige Hinweise und Tipps durch einen ausgezeichneten Lehrmeister", sagt die Bauzeichnerin und Strickdesignerin.

Doch nicht nur Hobbymaler lassen sich durch Denecke inspirieren: Unter ihnen ist die bekannte Malerin Ursula Kirsch aus Friedeburg. "Hier bekomme ich Rat und Hilfe, die jeder einmal braucht, und auch positive Kritik, die hilfreich ist", meint sie.




07/2010 HARZZEIT

Orientieren statt imitieren

Der Künstler Hans-Joachim Denecke bereitet in der Kreisvolkshochschule Harz junge Menschen auf das Kunststudium vor. Vor allem geht es dabei um den goldenen Schlüssel zum Studienplatz: die Mappe

Von Susann Gebbert

Von dem schüchternen Mädchen mit dem grünen Mantel und den roten Haaren erzählt Hans-Joachim Denecke oft. Sie hat den Maler fasziniert und er hat sie gemalt. Bei Ausstellungen war sie der Magnet. Die reservierte Haltung und der fragende Blick - sie hat ihre Betrachter verzaubert. "Kunststudentin Gerda II" heißt das Werk. Sie ist eine ehemalige Schülerin von Hans-Joachim Denecke und hängt heute in Ölfarbe getränkt in seinem Atelier.

"Ich würde Sie gern malen." Diesen Satz haben neben der Kunststudentin Gerda schon viele seiner Schüler gehört. Er malt gern junge Leute. "Junge Menschen sind immer schön", offenbart Denecke. Er malt sie nicht nur gern, er arbeitet auch gern mit ihnen zusammen. So leitet er schon seit einigen Jahren den Kurs "Vorbereitung auf das Kunststudium" an der Kreisvolkshochschule Harz in Blankenburg. In einer Gruppenstärke von zehn bis zwölf Teilnehmern, ist es dem passionierten Maler ein Anliegen, anzuregen, zu korrigieren und das Niveau auszusuchen. Zumeist sind es Schüler der 10., 11. oder 12 Klasse, die den Kurs belegen. Aber auch eine 39-jährige Dame hat es schon in seinen Kurs verschlagen, die sich endlich ein Kunststudium leisten konnte.

Das Ziel des circa viermonatigen Kursesist es, eine makellose Bewerbungsmappe für das Kunststudium zu erstellen. Die Studienplätze dieser Fachrichtung sind rar und die Konkurrenz ist groß. Von 300 Bewerbern werden, so sagt Denecke, gerade mal 50 zugelassen. Die Mappe muss 20 bis 25 durchgängig interessante DIN-A2-Arbeiten enthalten. Inhalte sind vorrangig Sachzeichnungen wie Stillleben.

Hans-Joachim Denecke beginnt damit, lineare Zeichnungen von den Schülern anfertigen zu lassen und lässt sie in der Folge um die dritte Dimension erweitern. Personen lässt der Künstler nicht zeichnen, das sei noch zu anspruchsvoll. "Die Hochschulen wollen, dass sich die jungen Leute noch entwickeln und sich erst an der Uni finden. Sie wollen keine fertig gebackenen Künstler", so Denecke.

Wichtig ist, dass die Mappe ausschließlich Originale beinhaltet. In den zweistündigen Kursen hält er die Schüler an, mit verschiedenen Materialien zu spielen, z.B. mit Kohle und Bleistift. Seine Schützlinge sollen nicht nur zeichnen, was sie sehen, sondern auch umsetzen können, was aus ihrem Geist und Gefühl kommt. Er rät ihnen von der Imitation anderer Künstler ab: "Sie dürfen nicht imitieren, nur sich orientieren". Generell empfielt der Künstler, sich an mehreren Universitäten zu bewerben, um die Chance auf eine Immatrikulation zu erhöhen. Der Kurs "Vorbereitung auf das Kunststudium" richtet sich nach den Semestern und findet zwei mal im Jahr statt. Neben der Praxis vermittelt Hans-Joachim Denecke auch Kunsttheorie.

Den Kurs eröffnet er, indem er seine eigenen Kunstwerke zeigt. So verschafft er sich Gehör und Respekt bei den Schülern. Die Absolventen seiner Kurse sind in der gesamten Republik verteilt. Eine Schülerin studiert an der ehrwürdigen Sorbonne Universität in Paris. Denecke empfielt den jungen Leuten, nach dem Studium kein Künstler zu werden. Sie sollen lieber etwas machen, wovon sie leben können, wie zum Beispiel in der Kunsttherapie zu arbeiten. "Kunst ist ein hartes Brot", warnt er.

Der Lehrmeister selbst ist im Mansfelder Land gebohren. Der studierte Physiker lebt heute in Hüttenrode. Dort baut er sich ein altes Haus aus, das seine unzähligen Bilder beherbergt. Lange Jahre war die Kunst ein Hobby von Denecke, bis er es zum Beruf machte. An der Berliner Kunsthochschule Weißensee manifestierte er sein künstlerisches Dasein. In den vergangenen Jahren hatte er viele Ausstellungen u.a. auch in Frankreich, Polen und Angola. Der Hüttenröder nimmt täglich nach dem Frühstück den Pinsel zur Hand und malt bis in den Nachmittag hinein. Wenn ihn die Muse geküsst hat, vergisst er das Telefonklingeln und das Essen. Manchmal setzt sich Hans-Joachim Denecke auch einfach in ein Straßencafé und zeichnet, was an ihm vorbei zieht.




07.07.2009/Mitteldeutsche Zeitung

Porträtmalerei im Blickpunkt

Sommerpleinair - 13 Künstler waren Einladung in Seeburger Schlosskirche gefolgt


Von Gudrun Riedel

Seeburg/MZ. Es war nicht nur das schöne Wetter, dass das diesjährige Pleinair in der Schlosskirche Seeburg zu einem besonders schönen Kunsterlebnis werden ließ. 13 Interessenten im Alter von 36 bis 73 Jahren hatten sich in Seeburg eingefunden. Überall im Kirchenraum standen Staffeleien, Farbpaletten, Berge von Karton und Papier und man sah ruhig vor sich Hinarbeitende.

Längst weiß man in der Kunstscene: Die Zusammenkünfte von Kunstinteressierten, das Malen in der mittelalterlichen Schlosskirche oder in der freien Natur (Pleinair) sind zu einem festen Bestandteil der Arbeit des Fördervereins Seeburg geworden, eine gute Adresse zum Erfahrungen sammeln und zur künstlerischen Entfaltung. Die Philosophie gefällt und wird angenommen: man kommt, lernt sich kennen, schaut sich gegenseitig über die Schulter und vervollkommnet sein Wissen. Jeder lernt von jedem den Umgang mit Farben und Formen und künstlerischen Ausdrucksmitteln.

Und ein unschätzbarer Nebeneffekt: von den Fachgesprächen profitieren malende Audiodidakten ebenso wie gestandene Künstler. In diese Richtung zielte auch am zurückliegenden Wochenende der Maleraufenthalt 2009. Dass von dem halleschen Malkreis "Pusteblume" allein acht Interessenten am Pleinair teilnahmen und drei vom Klostermannsfelder "Malstübchen", spricht für das Jahr um Jahr gestiegene künstlerische Niveau der Seminare.

Hans-Joachim Denecke, studierter Kunsterzieher und selbst Maler, leitet wie auch schon im vorigen Jahr das Pleinair, das sich inhaltlich mit dem Thema "Das menschliche Porträt" beschäftigte. Ein schwieriges, aber interessantes Leitmotiv. Und wie Denecke meinte: "Ich wollte mal weg von der Landschaftsmalerei. Und da das Porträt für jeden eine Herausforderung mit großem Selbsterkennungseffekt ist, müssen sich die Probanden einfach mal diesem Fach stellen."

Umso didaktisch-methodisch und pädagogisch wie möglich die Malenden zu führen, erarbeitete Denecke ein vertändliches anatomisches Handreichungsmaterial und ließ am ersten Arbeitstag alle Teilnehmer Augen, Ohren, Nasen und Mundstellungen zeichnen. Das dabei die besondere Technik Imprimitur (Farbuntermalung des Bildgegenstandes) eine besondere Rolle spielte, versteht sich bei Deneckes Liebe für diese alte Maltechnik von selbst.

Die Ergebnisausstellung der vorgelegten Arbeiten war dann auch ein bemerkenswert gutes Spiegelbild für Erlerntes. Die Vielzahl von teils hochklassigen Skizzen und Entwürfen die in der Kürze der Zeit entstanden, bewiesen, mit welchem Ernst die Pleinairteilnehmer bei der Sache waren. So konnte man an den ausgestellten Arbeiten von Hanne Mode und Eckhardt Fischer klar erkennen, mit welch sensibler, feinfühliger Hingabe und ruhigem Farbvertändnis sie ihren eigenen Porträts emotionalen Ausdruck, Tiefe und Stärke verliehen. Ebenso die 66-jährige Katrin Reuter aus Halle, die mit einem in Öl gemaltem männlichen Brustbild ein Porträt zustande brachte, dessen Linienführung und Farbgebung anrührte.

Dieter Borsogk, Steffen Schneider, Claudia Balliet sowie Ursula und Dietmar Kirsch sind erfahrene Pleinairteilnehmer. Ursula Kirsch hatte nach eigener Aussage viel Freude an der Porträtmalerei. Sie wird neben ihrer Holzbemalungskunst diesem Metier künftig mehr Aufmerksamkeit schenken. Begeistert von dem schöpferischen und kollegialem Klima ihre persönliche Feststellung: "Es war so angenehm zu erleben, wie alle den Drang danach hatten dazuzulernen. Es hat gut getan , gemeinsam zu lernen und Erfahrungen zu vermitteln." Das Resümee aller Teilnehmer: Die gute Vorbereitung, die fachlichen Hinweise, die individuelle Führung durch Denecke haben bewirkt, dass solche Zusammenkünfte das künstlerische Niveau steigern.




28.01.2009 / Neue Wernigeröder Zeitung 02/09

Mit der starken Kraft aus dem Innern

Atelierbesuch beim Maler Hans Denecke (70) aus Hüttenrode

Erster Eindruck: heitere Farbigkeit, Bilder über Bilder. An Wänden, auf Staffeleien. In Mappen. Auf dem Fußboden. Trotz zur Zeit laufender Ausstellung. In der Küche bleibt ein geschirrtuchgroßes Fleckchen frei fürs Frühstück. Bei all dem Chaos peinliche Sauberkeit. Zu Gast bei Hans Denecke, Jahrgang 38, allein wohnend.

Er ist, was man ein "Malschwein" nennt, er suhlt regelrecht in Farben und Motiven. Landschaft, Porträt, Architektur, Handzeichnungen. Thematische Arbeiten, die gestaltet er am liebsten. Virtuosität im Umgang mit der Palette, das, was man Können nennt. Mit dieser Klaviatur Stimmungen erzeugen, Aufgeregtheit, Ruhe. Dem Betrachter bleibt, im Bilder herumzuspazieren und sich aufzuhalten an Einzelstellen, wie delikat die gemalt sind. Reale Gegenstände, durch Zeit und Raum getrennt, auf der Malfläche surreal zu neuen Assoziationen vereint. So, wie er spricht, wenn er sich emphatisch steigert - keine Zeit, den Gedanken zu Ende zu führen, der schon überspringt zum nächsten und wieder nächsten und zurück. Ein aufgefaserter Sprachstrick. Das macht es nicht immer leicht, ihm zu folgen. Das macht es spannend.
 
Er kocht gern und phantasievoll. Reicht als Nachtisch gepfefferte Pfirsiche.
 
Ein Suchender. Seit ich ihn kenne - immerhin über vierzig Jahre! - probiert er wieder und wieder Neues. In letzter Zeit liebt er die Imprimitur - Untermalung in anderer Technik. "Das geht auf van Eyck zurück und Rubens, die machten`s mit Spiritus als Bindemittel, ich nehme eine ölfreie Temperaoder Acryl, wichtig ist, dass eine Farbe die andere nicht löst." Eine wunderbar starke Leuchtkraft von innen heraus wird da erreicht. "Du musste es im Gefühl haben, du musst wissen, wo du was stehen lässt, damit`s wirkt. Hier, sieh dir den Himmel an!"
 
Er verbindet den Pinselauftrag gern mit Airbrush. Ruhige Flächen oder feinste Lichtabstufungen werden da erreicht. Er sagt: "Wissen die überhaupt, wie schwer es ist ein Ei zu malen?" Eier, Hühnereier gehören nicht zu seinen bevorzugten Motiven, aber sie sind da. Als teil deines Küchenstilllebens, auch als Schale auf Dreifüßchen - wie weiland bei Hieronymus Bosch in der Landschaft stehend -, als Zeichen für Verletzlichkeit oder auch für den Uranfang: er kennt sich aus in der Ikonographie. Eier braucht er zum Anrühren einer Tempra, zum Binden des Öls, von Eiern isst er grundsätzlich nur das Weiße. Aber dann wölbt sich so eine zarte Kalkschale ins Bild, Tropfen perlen daran herunter, zackige Risse deuten auf epochale Erschütterungen. Gekonnt gemacht.
 
Landschaften voll großer Weite und Tiefe und innerer Glut. Landschaften von suggestiver Wirkung, von solch einem Sog, einer Leuchtkraft, die begeistert. Landschaften, von Menschen geschaffen, man sieht Spuren überall. Gebäude, schon alt, nützlich gewesen für Generationen. Meeresbilder mit gewaltigen Himmeln und ganz tiefem Horizont, eine Mühle, eine Bewuchsgruppe, eine Wasserlache, in der sich`s spiegelt. Eins seiner liebsten: ein kleines Format, warmgelblich, leicht ins Orange spielender Grund mit erdfarbenem Baumbuckel davor, Häuser schutzsuchend eingekuschelt, fast monochrom. Das Sparsame, das Unlaute mit der starken Kraft aus dem Innern. Genauso gut malt er das Hochgebirge, die steinige vegitationslose Wüste, über die er sich hinschleppte an der Wildspitz, die Schneefelder, das heilige Leuchten der Zinnen. Genauso gut malt er die von Menschen umgestaltete Umgebung. Den Tagebau. Die Baustelle.
 
Zum Beispiel Hüttenrode, wo er wohnt. Die Kirche als Mittelpunkt zusammengerückter schieferfarbener Häuser, unten davor die in der Erde wühlenden oder daran vorbeigehenden Menschen. Ein sehr charakteristisches, ein wohltuend freundliches Bild von Veränderung.
 
Nadelbäume, Harzfichten, sucht man vergeblich. Er liebt das Sich-Verzweigende, Ineinander-Greifende der Laubgewächse, das Sich-Zum_licht-Winden, nicht die preußisch geraden Stakel. Doch dann schon wieder ragende Pyramidenpappeln. Im Nadelwald ist es ihm zu eng, zu dunkel, Platzangst, das rührt noch von seiner Zeit als Bergmann im maulwurfsengen Mansfelder Kupferschiefer her. Allerdings muss er von Zeit zu Zeit, meistens mit dem Fahrrad durch die Forsten auf den Brocken. Rundumsicht vom höchsten Punkt.
 
Plötzlich aufbrechen, irgendwohin, in die Priegnitz, nach Rügen. Das Skizzenbuch ist voll von solchen Einfällen. Er ist ein rascher, zupackender Zeichner. Auch in der Figur. Charakteristisches betont er gern durch Weißhöhen. Im Porträt sucht er den Menschen, nicht die Fassade. Machmal mehrere Ansichten neben-, hintereinander. "Ich hab da jemand kennengelernt, sowas von interessant - muss ich dir unbedingt mal zeigen!"
 
Und Aquarelle bringt er mit, die atmen noch die Frische des Ortes, an dem sie entstanden. fast immer Architektur dabei. Manchmal Küchenstillleben - Knoblauchzehen mit dem Daumen herausgewischt. Doch soetwas arbeitet er lieber in Öl. Der Siebzigjährige, dessen bevorzugter Aufenthalt auf Erden das Atelier ist - ohne darin festzuwachsen -, einer, der süchtig ist nach Geruch von Farbe und Terpentin. Alle Räume vollgerammelt mit fertigen und angefangenen Malgründen. "Ich habe da eine gute Sache gemacht, willst du mal sehen?"
 
In diesem November lief eine Ausstellung in der 7Kunstgalerie in Quedlinburg: bis in die obere Etage hinauf zwischen krummem Fachwerkgebälk unterschiedliche Formate in unterschiedlichen Techniken. Menschen. Mythologie. Gezeichnet. Gemalt. Er hat schon in Braunschweig ausgestellt, in Halle, in Eisleben, in Seeburg am See. Von diesem Ort, wo er gern arbeitet und andere anleitet, gibt es ein anrührendes Gemälde, das ich sehr mag, weil es in all seiner Kälte so viel Geborgenheit ausstrahlt: verschneite Burgbauten und Kirche unterm düsteren Himmel, über den noch nicht völlig gefrorenen See nährt sich ein Fischerboot der Stätte. Schutz finden in ockerfarbnen Mauern.
 
Er sucht die Begegnung, leitet junge Menschen an, gibt noch Unterricht in Physik und Kunst, letztes Jahr wurden vier seiner Schüler zum Hochschulstudium angenommen unter achzig Bewerbern. Sein Neuestes: Eine Mappe von Handzeichnungen zu Eike von Repgow, dem festschreiber deutschen Rechts. Fährt zum Falkenstein, lässt sich vom Burgherren beraten, zieht Figuren wie Würmer aus aus morschem Holz aufs Blatt. "Der Sponsor, mein Lieber, eine ganz interessante Geschichte, der Marktführer in -" Er ist schon wieder weiter, beim nächsten Thema, beim nächsten Motiv. Hans Joachim Denecke - schon siebzig? "Hast du eigentlich die Harzhühe da hinten schon gesehen? Damals, wie das war mit BSE und so..." So kann das stundenlang weitergehen, unermüdlich.
 
Er ist stämmig, vital. Goyakopf mit Kringellöckchen. Hab ich ihn jetzt? Egal, er muss es sich gefallen lassen wie seine Modelle das, was er von ihnen aufs Blatt bringt. Und was doch nur eine Momentaufnahme liefern kann eines irrsinnigen Prozesses, das Leben heißt.
 
 
Schriftsteller Bernd Wolff    




18.10.2008

Von der griechischen Mythologie bis zur Gegenwart


Der Maler Hans J. Denecke spannt den Bogen von der Klassik bis zu Bildnissen von Zeitgenossen.

Bergmann, Physiker, Fachberater, Oberstufenlehrer, Dozent, Kulturpreisträger, freischaffender Tafelbildmaler und Aquarellist - die Biographie von Hans-Joachim Denecke liest sich wie ein Fortsetzungsroman mit vielen Ereignisplätzen. In den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts geboren, gehört Denecke zu der Künstlergeneration, die sich suchend und gestaltend mit der gerade vergangenen bürgerlichen Moderne auseinandersetzt. Fast zwangsläufig geriet er dabei, wie viele seiner großen Malerkollegen, in die Nähe der griechischen Mythologie, deren metaphorische Elemente ihn bis heute beschäftigen und die er häufig in seinen Arbeiten zitiert.

Aber die Hinwendung zur Gegenwart blieb auch bei Denecke nicht aus. Seine Ölbilder, Aquarelle und Handzeichnungen sind Interpretationen von Land- und Stadtlandschaften und vom Tun und Lassen der Menschen.

Seine großformatigen Bildnisse von Zeitgenossen, die eher nach dem Zufallsprinzip denn nach vorgefassten Auswahlkriterien den Weg auf die Leinwände fanden, sind heutzutage eine Rarität, denn wer malt schon noch Portraits oder Persönlichkeitsbilder, wie etwa Munch den Grafen Harry Kessler?

"Denecke malt wie er spricht, oftmals sprunghaft, übersprudelnd, einzelne Akkorde anklingen lassend, Formulierungen ausprobierend", behauptet der Schriftsteller Bernd Wolf. Die Beweise dafür sind demnächst in der Galerie 7Kunst zu erleben.


Ralf Eikermann, Künstlerischer Verantworlicher der Galerie 7Kunst




04.10.2008/MZ

Künstler liebt die klassische Technik

Hans Denecke stellt in Querfurt aus

Von Regina Retzlaff/Mitteldeutsche Zeitung

QUERFURT/MZ. Der Saal des Querfurter Rathauses ist noch bis zum 10. Oktober Ausstellungsraum. Zu sehen sind dort seit dem 27. September während der Öffnungszeiten des Rathauses 25 Arbeiten des Künstlers Hans-Joachim Denecke.

Denecke, geboren 1938 in Helfta bei Eisleben, wohnt in Hüttenrode. Nach seiner Schulzeit lernte er im Bergbau und studierte danach Physik und Polytechnik, machte sein Staatsexamen zum Thema Hochspannungstechnik. Ein Konsultationsstudium an einer Berliner Kunsthochschule schloss sich an. Er war tätig als Lehrer, als Dozent und Lehrgangsleiter zur Weiterbildung im bildkünstlerischem Bereich.

Denecke ist Gründungsmitglied des Kunstfördervereins Schlosskirche Seeburg. Er ist Kulturpreisträger und liebt klassische künstlerische Gestaltungstechniken. Oftmals zeigt er reale Formen mit Beziehungen, Beobachtungen und Fabulierungen, die Ansätze und Inhalte der christlichen und griechischen Mythologie neben reale Formenfindungen setzt. Tier- und Pflanzensymbole aus den Erfindungen der menschlichen Geschichte finden immer wieder Eingang in die Gestaltung seiner Arbeiten.

Nach Querfurt hat er neben großformatigen Ölgemälden auch einige kleine Bilder mitgebracht, die durch Detailtreue und Farbenfreude auffallen. "Ich mag es sehr, Menschen darzustellen. Ich finde meine Modelle im Alltag. Da spreche ich ganz einfach Leute an, die mir auffallen und die ich malen möchte", erklärte er in einem Gespräch mit der MZ am Rande der Ausstellungseröffnung. Er sei sehr glücklich in einem so schönen Raum ausstellen zu dürfen, meinte er im Bezug auf den Ratssaal. "Man hat mir hier beste Voraussetzungen für die Ausstellung geboten, hat extra Leisten anbringen lassen, an denen meine Bilder aufgehängt werden konnten." Denecke  berichtet weiter, dass er stolz darauf sei, regelmäßig junge Künstler auf ein späteres Studium vorbereiten zu können. "Ich betreue sie, bis sie die Aufnahmeprüfung hinter sich haben".




26.03.2008/MZ

Individuelle Tipps zur Malerei und Grafik im Workshop

Künstler Hans- Joachim Denecke bietet Freizeitmalern im Museum Aschersleben seine Hilfestellung

Aschersleben/MZ. Nach dem Erfolg der ersten Kunstwerkstatt mit Hans-Joachim Denecke im Museum Aschersleben im April 2007 finden am Freitag und am 4.April zwei neue Werkstatttage statt. Denecke, der "besessen" von der Kunst und "süchtig nach dem Geruch und Mischen von Farben ist", hatte sich mit einer Ausstellung - "Von der griechischen Mythologie ... von den Begegnungen mit Menschen" - im vergangenen Jahr einen Namen unter den Ascherslebener Hobbymalern gemacht. Der 1938 Geborene, der sich selbst im Bereich des Surrealismus versteht, bedient sich in seinen Werken verschiedenster Techniken. Und gibt sein Wissen weiter. Die zwei Werkstatttage zur klassischen Aquarelltechnik waren sehr gut besucht und sind in Erinnerung geblieben.

"Ich verrate alles", hatte der Künstler damals gesagt und aus seinem Tun kein Geheimnis gemacht. Den Interessierten möchte er auch in diesem Jahr Hilfestellung auf dem Gebiet der Grafik und Malerei geben und sie individuell bei ihrem Schaffen beraten.

Die Teilnehmerzahl ist auf zehn bis zwölf Freizeitmaler und -zeichner begrenzt, daher ist eine vorherige Anmeldung erforderlich. Jeder Teilnehmer ist aufgefordert, zwei Arbeiten als Gesprächsgrundlage mitzubringen. Für praktische Übungen sollten die eigenen Arbeitsmaterialien nicht vergessen werden. Die Werkstatt ist methodisch aufbauend konzipiert. Die Arbeitstechniken können frei gewählt werden, sind also nicht explizit vorgegeben. Jeder Teilnehmer erhält individuelle Hilfestellung und Konsultation.

Denecke wurde 1938 im Mansfelder Land geboren, absolvierte eine Lehre zum Bergmann und studierte in Halle Physik und Polytechnik. An einer Berliner Kunsthochschule erreichte er den Studienabschluss für das Lehrfach "Kunst" und war als Oberstufenlehrer tätig und Mitautor bei der Erstellung der ersten Rahmenrichtlinien für das Fach "Kunst" für alle Schulstufen des Landes Sachsen-Anhalt. Viele Privataufträge zur Tafelbild- und klassischen Aquarellmalerei hat er bislang bearbeitet. Seine Auftragstätigkeit umfasst die ästhetisch-künstlerische Beratung zur Gestaltung von Wohn-, Verwaltungs- und Arbeitsräumen in medizinischen Einrichtungen, Arztpraxen, Anwaltskanzleien, konferenz- und Empfangsbereichen.

Die Werkstatt am 28. März beginnt um 17.30 Uhr. Bei Bedarf findet am 11. April noch ein weiterer Workshop statt. Die Teilnehmergebühr beträgt 3,50 Euro.




11.12.2007/MZ


Auftragswerke an Kloster übergeben

Interessante Arbeiten über Mathilde von Seeburg

Von Gudrun Riedel/Mitteldeutsche Zeitung

Eisleben/MZ. Fünf Kunstwerke, die die geistige Welt der Mathilde von Seeburg und Ihrer Nachfahren wiederspiegeln, wurden jetzt als Dauerleihgabe an Assumpta Schenkl, Abtissin des Klosters Helfta, übergeben. Sie sind das Resultat des Symposiums zum Wirken der Gräfin, das der Landesheimatbund mit dem Kunstforderverein der Schlosskirche Seeburg veranstaltet wird. In diesem Zusammenhang waren Aufträge zur Schaffung von Kunstwerken an die Künstler des Kunstvereins erteilt worden.

Auf der Grundlage von historischen Sachzeugen und biografischen Skizzen sollte die Geschichte der Familie der Mathilde von Seeburg sowie deren Leben und Wirken im 13. Jahrhundert historisch und künstlerisch aufgearbeitet werden.

... Hans Denecke hatte in einer interessanten Handzeichnung eine auf einem Pferd reitende "Mathilde" dargestellt, von der er meinte, "dass sie von Kloster zu Kloster unterwegs war, um zu organisieren, zu kontrollieren und für das Gemeinwohl tätig zu sein". ...

Äbtissin Schenkl zeigt sich beeindruckt von den Arbeiten: "Nun haben wir eine Vorstellung, wie sie alle ausgesehen haben könnten. Wir werden einen guten Standort suchen, damit viele Klostergäste die Kunstwerke sehen können".



02.11.2007

Ausstellung in der Galerie der Dr. Köhler GmbH in Braunschweig

Hans Denecke, geb. 1938

Hans Denecke ist ein Tafelbildmaler. Sein Leben ist die Arbeit an der Staffelei, die Ideensuche auf dem Blatt, die Inspiration unter den Menschen in unserer Zeit. Wenn dieses Wort gestattet ist, ein „Macher“. Soviel zu euphorischen, gegenwärtigen Worten.

Viele Ausstellungen mit guten Pressereflexionen sind Ergebnisse seines Schaffens. Er ist Individualist. Er lebt mit seinen Bildern, sie sind wie seine erwachsenen Söhne. Er hält sie um sich. Seine Arbeiten sind vorwiegend im Privatbesitz. Er gestaltete mit diesen Arbeiten Wohnhäuser, Kanzleien, Arztpraxen, Verwaltungs- und Betriebsräume – auch hier in Braunschweig.

Der Schriftsteller Bernd Wolf (bekannt aus Funk, Fernsehen, Film, Goetheexperte, verlegt in der Schweiz) sagt während einer Laudatio über Hans Denecke: „…Er nähert sich der Vollendung des siebenten Jahrzehnts - aber er bleibt ein Besessener. Kreatives Schaffen ist ihm Lebensinhalt, die Lust am Hervorbringen, am eigenen Können beherrscht ihn durch und durch.“ An einer anderen Stelle sagt der Schriftsteller: „ Denecke malt wie er spricht, oftmals sprunghaft, übersprudelnd, einzelne Akkorde anklingen lassend, Formulierungen ausprobierend. Der Partner muss auf der Hut sein, wenn er alles mitbekommen will….“ „…..Ein zentrales Motiv bei Hans Denecke sind Begegnungen mit Menschen,- solche, die Eindrücke hinterlassen….“

Ich darf Sie bitten eine Ausstellung zu besuchen, die Vielfalt, Anspruch und Farbigkeit aufzeigen wird.


Markus Köhler, Galerist

 

 


20.04.2007/MZ

Das Wenige macht erst den Meister

Hans Joachim Denecke gibt im Museum Aschersleben Einblicke in Maltechnik des Aquarells 

Von Jochen Miche/Mitteldeutsche Zeitung

Aschersleben/MZ. "Ich verrate alles." Hans Joachim Denecke macht aus seiner Kunst kein Geheimnis. Er nahm sich einen ganzen Nachmittag inmitten seiner Ausstellung im Museum der Stadt Aschersleben Zeit, zwei Dutzend Interessierte in die Geheimnisse der Aquarellmalerei einzuführen.

Die Veranstaltung war kostenlos für die Teilnehmer, und auch er bekam kein Geld dafür: "Es ist mein Dank an Aschersleben dafür, dass sie hier meine Bilder zeigen", erklärte er.

"Echter Gewinn"

Ein Gewinn indessen war dieser "Werkstatt-Nachmittag" allemal. Teilnehmerin Ingrid Stockmann: "Ich war eigentlich hergekommen, um selber zu malen. Stattdessen hörte ich mit Begeisterung zu - die Erklärungen waren ein echter Gewinn." Frau Stockmann widmet sich seit Herbst 2006, als sie den Lehrerberuf beendete, regelmäßig dem Hobby Malerei. Sie lernt und vertieft alles rund um diese Kunst an der Kreisvolkshochschule Aschersleben bei Borchu Bawaa.

Ebenfalls an der Volkshochschule trifft sich jeden Dienstag eine andere "kleine Truppe von sechs bis acht Leuten", die sich im Laufe der Jahre mit allen Techniken befasst haben, erklärt Dr. Wolfram Lehmann. "Gerhard Fleischer hat uns die Grundlagen beigebracht - Bleistift, Tusche, Aquarell, Acryl, Öl, Linolschnitt, Radierungen". Lehmann, ein Biologe, malt am liebsten Öl- und Aquarellbilder. Letzteres auch deshalb, weil es schnell trocknet. Er kann ein Aquarell kurz nach dem Malen mit nach Hause nehmen. - Bei Denecke habe er an diesem Tag viel dazu gelernt.

Denecke, der mit drei, vier Teilnehmern gerechnet hatte, war völlig überrascht, wie viele Kunstfreunde kamen - "Das war ja eine richtige Invasion, die gar kein Ende nahm", meinte er. Diesen Leuten erklärte er die Stärken ihrer von zu Hause mitgebrachten Bilder. "Bei jedem ist etwas Gutes zu finden, das sage ich den Leuten und baue sie auf, damit sie das noch verbessern und Schlechteres weglassen können."

Danach zeigte er Tricks der Verlauf- und Zeichentechnik und erklärte die Bedeutung guten Papiers und guter Pinsel. Er erklärte, warum es falsch ist zu glauben "viel Farbe macht viel Bild": "Bei Aquarellmalerei ist es wie in der Mode: Das Wenige macht den Meister."

Tricks gezeigt

Heide Binner wollte Genaueres über ihre Pinsel wissen. Schon als sie die Leinenrolle hervorholte, winkte der Maler ab. "Pinsel sollte man so lagern und transportieren, dass die Borsten nicht verbiegen - wie dieser hier. Mit dem können sie der Katze das Fell pinseln, die freut sich, aber nicht das Papier", meinte er lachend und wies auf einen "vergewaltigten Pinsel", dessen Borsten schräg standen.

Dann aber wurde er milde, als er ein paar gute Dachshaar- und Marderpinsel entdeckte und der Hobbymalerin, die im Verein "Schöpfrad" in der Wassertormühle ihrer Kunst frönt, sagte: "Wissen Sie, dass gute Dachshaarpinsel seit dem Mittelalter unverändert dasselbe kosten? Eine Dachshaarborste ist genauso teuer wie Gold. Heute sogar noch teurer als damals." Wertlos seien Kunststoffpinsel, da sie nicht saugfähig genug sind.

Denecke schöpft aus dem Wissen mehrerer Hochschulstudien sowie aus jahrzehntelangem Erfahrungsschatz.

Als er gefragt wurde, ob er keine Angst habe, dass jemand mehr kommerziellen Erfolg habe, der seine eigentlich bewährten Techniken anwendet, meinte Denecke: "Ich kann es mir erlauben, alles zu verraten. Der Hochspringer muss drei Jahre trainieren, um eine gute Höhe zu überspringen. Ich musste 30 Jahre trainieren, um so weit zu kommen. Das soll ruhig einer nachmachen."

Ein weiterer kostenloser Werkstatttag ist am Dienstag, 24. April, ab 19 Uhr im Museum. Interessierte sind willkommen.




09.05.2006/MZ

Ein Maler mit Fabulierkunst

Personalausstellung von Hans-Joachim Denecke in Städtischer Kunstgalerie eröffnet

Von Gudrun Riedel/Mitteldeutsche Zeitung

Eisleben/MZ. Die Eröffnung der Personalausstellung Hans-Joachim Deneckes hat am Sonnabend viele Kunstfreunde in die Städtische Kunstgalerie im Eislebener Kulturhaus gelockt. Der 1938 in Helfta geborene Künstler ist Gründungsmitglied des Seeburger Kunstfördervereins. Mit seinen expressiven, von hoher Sinneskraft und großem Ideengut getragenen Gemälden machte er wiederholt auf sich aufmerksam.

Unschwer erkennt man beim Rundgang durch die Galerie einen Maler, der mehr zu sagen hat als nur Linien und Konturen zu setzen. Deneckes Handzeichnungen, Aquarelle und Öltafelbilder vor Ort oder im Atelier entstanden, sich nicht nur mit handwerklicher Perfektion gemalt, sie sind vielmehr ein Siegelbild seiner vitalen Kreativität und der Freude, die Schönheit des Gestern und Heute im Kunstwerk festzuhalten.

Deneckes Themenwelt und Motive sind vielschichtig. Der Umgang und die Beschäftigung mit der griechischen Antike ist ihm genau so wichtig, wie die Findung neuer Bildinhalte der Gegenwart und deren künstlerischer Umsetzung. Dabei sind die Begegnungen mit Menschen, die Eindrücke hinterlassen und nicht alltäglich sind, zum zentralen Bildmotiv Deneckes geworden. Die Handzeichnungen und Aquarelle wie Denecke es vermag, die Psyche und Charaktere von Menschen mit Wärme und menschlicher Tiefe darzustellen, was besonders bei den Handzeichnungen zum Ausdruck kommt.

Seine Heimat, das Mansfelder Land, findet sich in einer Reihe von großformatigen, farbintensiven Gemälden wieder. Für die von den Halden und der Tektonik gezeichneten Landschaft findet er eine faszinierende Inhalts- und Formensprache, die Geschichte und Gegenwart erzählt, aber auch Menschen mit ihren Schicksalen darstellt. Hier zeigt Denecke seine beeindruckende Fabulierkunst und künstlerische Ausdrucksmöglichkeiten. Eindrücke und Weltsichten werden mit großem Farbbogen dargestellt.

Deneckes Bildwelt ist vielfältig und breit gefächert. Das macht die Präsentation seiner Kunstwerke interessant und spannend. Der Eisleber Soloinstrumentalist Frank Schult war mit seiner gelungenen Konzerteinlage eine harmonische Bereicherung der Vernissage.

Kontakt: Michael Denecke, info@bildkunst-denecke .de; Update 10.08.2014